2005.
Auf dem Dachboden eines heruntergekommenen Mietshauses hat Hermann Hasenreiter, städtischer Steuerinspektor und begeisterter Theaterliebhaber, den Fundus seines Theatervereins ‹Musenkuss› untergebracht. In diesem kreativen Chaos, das von der im gleichen Haus wohnenden Maria Johner liebevoll betreut wird, finden zwischen verschwitzten Kostümen, furchterregenden Masken, Rattenfallen und Kartonschwertern Theaterproben statt. Der abenteuerliche Raum ist aber auch ein ideales Versteck für lichtscheue Gestalten, amouröse Geplänkel und für nicht ganz lupenreine Machenschaften. So bringt zum Beispiel das lebensmüde und von ihrem Liebhaber sitzengelassene ledige Dienstmädchen Piperkarcka ihr Kind zur Welt, mit dem Versprechen, es der kinderlosen Frau Johner zu überlassen, welche es in der Folge als ihr eigenes ausgibt. Diese auf den ersten Blick ideale Lösung ist der Beginn einer schicksalhaft-tragischen Entwicklung, der weder die beiden Frauen, noch ihr Umfeld gewachsen sind.
Gerhart Hauptmann versteht es meisterhaft, auf dem schmalen Grat zwischen Komödie und Tragödie hier zwischen Theaterwelt und sozialem Elend zu balancieren und erreicht dadurch eine zu Herzen gehende Eindringlichkeit.
Regie Brigitte Bissegger
Berndeutsche Fassung Peter Leu