2007.


Chlöisu Friedli (1949–1981): Kein Musiker, der sich in den Hitparaden tummelte, dafür einer, der Spuren hinterliess. Sein Song «SünneliBlues» beispielsweise beschreibt in lakonischer Art den Patienten-Alltag in der psychiatrischen Klinik Waldau, wie ihn Chlöisu Friedli aus regelmässiger Erfahrung bestens kannte. Im Frühjahr 1981 nimmt Chlöisu Friedli im Tonstudio die in den letzten Monaten entstandenen Songs auf. Seine, auf dem Piano mit bluesigen Riffs begleiteten, meist halbassoziativ improvisierten Texte werden später als «Bärnerblues» bekannt und könnten als Vorläufer von «Stiller Has» gelten. Assistiert wird Chlöisu Friedli im Studio von Tontechniker Adi Tosetto und Hene Elmann, einem mysteriösen Herrn, dessen Anwesenheit aber offenbar nur von Chlöisu Friedli selbst bemerkt wird. Während sich der Musiker durch die Lieder arbeitet, kommen Erinnerungen hoch und entscheidende Episoden aus seinem Leben erwachen: das mit Feen und Kobolden bevölkerte Gäbelbachtal seiner Kindheit, erste Gehversuche in der Musik, hanebüchene Nebenjobs und die plötzliche Begegnung mit der grossen Liebe! Elmann unterstützt ihn dabei, durchleuchtet ihn und entpuppt sich gar als übermächtiger Zauberer.

Doch so wie Autobahn und Tscharnergut das Gäbelbachtal zubetonierten, stellen sich Chlöisu die Schatten einer psychischen Erkrankung in den Weg, binden ihn zurück, isolieren ihn - und Elmann entwickelt sich schliesslich vom unterstützenden Mentor zum zynischen Gegenspieler.

Unser Stück spürt Leben und Werk der Berner Blueslegende nach. Chlösu Friedli ist eine Künstlerexistenz, der sich zwischen Witz und Aufbruch bewegt, und dabei die späten 70er und frühen 80er-Jahre aufleben lässt. «SünneliBlues» ein mystisch beklemmender Krimi von und mit Dänu Brüggemann!

Regie Hans Peter Incondi